Blogartikel sind für Content Marketing das Salz in der Suppe. Unternehmen benötigen – wie Sie zum Beispiel hier und hier lesen können – ein Blog. Wirklich. Und darum musste auch ich bloggen, als ich bei geropflueger.de anfing. Ich möchte Ihnen von einem persönlichen Erlebnis erzählen: Vor zwei Jahren, ich hatte gerade meine ersten Tage im Unternehmen, schmiss mich mein Chef Gero Pflüger ins eiskalte Wasser. Bitterkalt. Seine anfänglichen Worte: »Such dir aus unserer Ideensammlung ein Thema aus, über das du schreiben möchtest und leg los.« – Das tat ich auch, gab den Entwurf zur Korrektur und dann das: »Eine wunderbare Pressemitteilung hast du da geschrieben. Distanziert, neutral, schöne gesetzte Worte. Aber: Das bist nicht du selbst. So sprichst du nicht!« Dann gab er mir vier knallrot korrigierte Seiten zurück und ich konnte von vorn anfangen. Nachdem das vier, fünf Mal passiert war, begann ich, mir einen Spickzettel zu machen. Daraus habe ich im Laufe von zwei Jahren einen eigenen kleinen Plan entwickelt, der mir hilft, meine Blog-Artikel zu verfassen. Dafür teile ich die nötigen Arbeitsschritte in drei Tage ein, um mir Zeit und Ruhe zu verschaffen. Seit ich mich an diesen kleinen Blogging-Masterplan halte, braucht der Chef kaum noch den Rotstift. Und diesen Plan möchte ich Ihnen hier vorstellen.

Tag 1: Die Grundlagen für den perfekten Blogartikel

Am ersten Tag geht es um das Grundgerüst eines Blog-Artikels – die Idee! Ein Grundgerüst ist bekanntermaßen stabil – Ihre Idee sollte das ebenfalls sein. So stabil, dass Ihre Leser sich für das Thema interessieren, über das Sie schreiben möchten.

Idee entwickeln
Entwickeln Sie Ideen für Ihren Blog-Artikel und nutzen Sie dafür die Technik des Brainstomings. Sinn eines Brainstormings ist, möglichst viele unterschiedliche Ideen zu entwickeln. Darum »stürmen Sie Ihr Gehirn« und halten alles fest, was an Gedankengut nur so heraussprudelt. Jede einzelne Idee. Hier wird nicht kritisch hinterfragt (das machen Sie erst nach Ablauf der vorab definierten Zeit), denn genau das blockiert den kreativen Fluss. Oft führt eine Idee, die anfangs komplett abwegig erscheint, irgendwie dann doch zum Ziel. Lassen Sie also Ihren Gedanken und Ideen freien Lauf. Und wenn Sie wirklich keine eigenen Ideen für einen Blog-Artikel bekommen, haben wir da schon mal was für Sie vorbereitet.

Lesernutzen
Soll ein Blogartikel erfolgreich sein, muss er ein Problem Ihrer Leser lösen. Sie sollten also von Anfang an festlegen, welches Problem Ihrer Leser Sie lösen möchten. Hilfreich ist hierbei, wenn Sie bereits das Fazit kennen, denn genau darauf bauen Sie auf. Der Lesernutzen dieses Artikels ist: »Der Leser des Artikels lernt eine Strategie kennen, mithilfe derer er erfolgreiche Blog-Artikel schreiben lernt, ohne sich zu überfordern.«

Recherche
Als nächstes steht Recherche auf dem Plan. Ein Thema muss gründlich recherchiert sein, bevor Sie darüber schreiben. Zwar beweisen Sie in einem Blogartikel Expertise, das heißt aber nicht, dass Sie sich jede Information aus dem Ärmel schütteln können müssen – daher gilt: Fakten sammeln und dabei unterschiedliche Quellen einbeziehen. Während der Recherche fällt Ihnen sicherlich auf, dass auch andere (darunter womöglich direkte Konkurrenten) über dasselbe Thema schreiben – achten Sie daher darauf, dass Sie sich abheben.

Überschriften
Sie wissen bereits, über welches Thema Sie schreiben und die Recherche ist soweit abgeschlossen. Jetzt geht es ans Eingemachte: Denn Erfolg oder Misserfolg eines Artikels entscheidet sich bei der Überschrift. Darum machen Sie sich jetzt Gedanken zu unterschiedlich formulierten Überschriften und schreiben Sie sich 25 Varianten auf. Aussortieren werden Sie erst am zweiten Tag – lassen Sie also vorerst die 25 Varianten stehen und überdenken Sie diese gar nicht groß.

Fakten- und Ratschlag-Sammlung anlegen
Rund ums Thema herum notieren Sie sich in diesem Schritt stichpunktartig die wichtigsten Fakten, Tipps und Ratschläge, die den zuvor definierten Lesernutzen unterstützen.

Ausfomulieren
Die Fakten, Tipps und Ratschläge, die Sie im vorherigen Punkt gesammelt haben, bekommen in diesem Punkt die nötige Form. Bringen Sie sie in eine logische Reihenfolge und formulieren Sie Ihre Stichpunkte in ganzen Sätzen aus. Bringen Sie eigene Beispiele für die Vorstellungskraft des Lesers ein, und holen Sie sie auf diesem Weg ab.

Tag 2: Auswahl

Der zweite Tag ist vor allem geprägt von einer harten Selektion. Aus Ihren zahlreichen tollen Ideen suchen Sie jeweils das beste heraus.

Überschrift auswählen
Die erste Auswahl treffen Sie bei den unterschiedlichen Varianten von Überschriften, die Sie an Tag 1 notiert haben. Es ist nicht gerade eine Leichtigkeit, die passende Headline zu finden – aus diesem Grund haben sich mit der Zeit einige Grundsätze herausgetan, die Ihnen dabei helfen, eine knackige und interessante Überschrift zu finden – lesen Sie hier darüber.

Zwischenüberschriften setzen
An Tag 1 haben Sie ausformuliert – setzen Sie in diesem Schritt zu Ihren einzelnen Gedanken Zwischenüberschriften. Und zwar so, dass es passt. Zwischenüberschriften unterteilen Ihren Text in kleine Häppchen und helfen dabei, den Kern des jeweiligen Absatzes zu verdeutlichen – eine Gliederung entsteht. Ihre Leser können anhand der Zwischenüberschriften erkennen, ob Sie beispielsweise bei einer Schritt-für-Schritt-Anleitung einen Punkt überspringen können.

Tag 3: Feinschliff

Das Finale steht an. Am dritten Tag verleihen Sie Ihrem fast vollständigen Blogartikel den Feinschliff.

Ist die Überschrift griffig genug?
Überschriften sind die Krone Ihres Blogartikels. Macht sie nicht neugierig, klickt niemand drauf. Klickt niemand darauf, liest keiner Ihren Beitrag. Stellen Sie sich selbstkritisch diese Frage: »Würde ich draufklicken, wenn ich die Zielgruppe des Artikels wäre?«

Sind die Zwischenüberschriften gut genug?
Zwischenüberschriften sind dann gut, wenn Sie den Inhalt des nachfolgenden Absatz gut beschreiben und dem Leser knapp und schlüssig verraten, was sie erwartet.


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Geht es klarer und spezifischer?
Ist der Text gut lesbar? Sind die Fakten deutlich untergebracht und vor allem verständlich? Ist die Sprache ausreichend komplex und dennoch möglichst einfach? Das sind die Punkte, nach denen ein Leser entscheidet, ob er seine Zeit Ihrem Artikel widmet oder ob er sich doch lieber woanders über das jeweilige Thema schlau macht.

Authentischer?
Versetzen Sie sich in Ihren Leser: Sie wollen sich über ein Thema schlau machen und lesen einen Beitrag, der streng herunter geschrieben wurde und kein Deut Leichtigkeit bzw. Lockerheit aufzeigt. Mal ehrlich: Solche Texte sind nicht schön zu lesen und echt wirken sie schon gar nicht. Schreiben Sie also so, wie Sie sprechen und verstellen sie sich nicht. Ihr Blog-Publikum merkt (fast) alles.

Listen
Listen dienen zur übersichtlichen Darstellung von Fakten und Informationen. Halten Sie also bei Ihrem Blogtext Ausschau nach Stellen, an denen Sie Listen anwenden können. (Wir haben in diesem Artikel keine einzige. Schade.)

Bilder
Falls Sie die Möglichkeit haben, an mehreren Stellen in Ihrem Text Bilder einzusetzen, dann machen Sie das bitte. Visuelle Inhalte frischen den Artikel auf und sorgen für eine höhere Identifizierung mit dem Thema.

Fazit: In 3 Tagen zum perfekten Blogartikel

Aller Anfang ist schwer – nach mehrmaligem Wiederholen der Schritte zum Blogartikel merken Sie, dass drei Tage als Zeitrahmen nicht mehr nötig sind, sondern weniger. Auch der Workflow verinnerlicht sich, Sie werden also immer besser im Bloggen. So ging es mir auch. Aber jetzt geht mir Bloggen leicht von der Hand. Wenn Sie sich unsicher fühlen und Unterstützung benötigen – kein Problem. Sprechen Sie uns an!

Julia Glaubitz stieg 2014 als Praktikantin bei »pflüger : kreativ ackern.« ein und ist heute Content Managerin der Social-Media-Agentur aus Hannover. Ihr Fokus liegt auf Content Marketing für den Mittelstand.