VORBEMERKUNG: Dieser Artikel stammt von 2014. Die hier besprochene Software CoSchedule(*) hat sich massiv weiterentwickelt und ist in vielerlei Hinsicht dramatisch verbessert worden. Wir können uns eine Arbeit ohne sie kaum noch vorstellen. Aktuelle Informationen zu CoSchedule finden Sie daher unter diesem Link(*).

WordPress ist eine großartige technische Plattform für Corporate Blogs: weit verbreitet, gut zu erweitern und wirklich einfach zu handhaben. Die Beiträge, die dort verfasst werden, können dabei mittels diverser Plugins in soziale Netzwerke und Microblogs gestreut werden. So lässt sich eine gewisse Aufmerksamkeit für den Blogartikel gewährleisten. Ein einzelner Blogger kann sein Blog ganz gut alleine handhaben – doch was, wenn bei einem Corporate Blog unzählige Blogger organisiert werden müssen?

Ich spreche aus eigener Erfahrung, da ich an gleich mehreren Blog-Projekten mit zusätzlichen Autoren teilhabe; in einem Falle sind es zeitweise bis zu zehn. Im Regelfall arbeiten Blogger von irgendwoher und sind nicht zwingend in einem Gebäude versammelt; die im herkömmlichen Journalismus üblichen Redaktionssitzungen sind daher oft logistisch nicht durchführbar. Doch irgendwie muss die Arbeit organisiert werden, den sonst nähme das Chaos überhand.

Ein Redaktionsplan muss her

Das Chaos verhindert ein Redaktionsplan, in dem festgehalten ist, wer welches Thema bis zu welchem Zeitpunkt schreibt, wer den Beitrag lektoriert, wann er veröffentlicht wird und wann welche Artikel-Ankündigung dazu auf welchem Social-Media-Kanal läuft. Für kleine, lokal zusammensitzende Teams funktioniert das prima mit einem Whiteboard an der Bürowand, aber der de-facto-Standard sind Excel-Tabellen bzw. ein Google-Tabellendokument, das von allen Autoren bearbeitet werden kann. In größeren Teams kommen komplexe Projektmanagement-Lösungen zu Einsatz. Ich selbst war lange Zeit gezwungen, »Redmine« zu nutzen, das zwar unglaublich mächtig, aber für einen Redaktionsplan völlig überdimensioniert und für nicht-Techniker auch noch ausgesprochen unübersichtlich ist.

Irgendwann stieß ich per Zufall auf CoSchedule (*). CoSchedule ist ein Plugin für WordPress, das allerdings nicht über die übliche Installationsroutine installiert wird. Statt dessen muss man sich bei CoSchedule anmelden, den Link zu seinem Blog angeben und von dort aus installieren lassen.

Übersicht im Redaktionsplan

Nach der Installation führt CoSchedule den neuen Anwender in einem kleinen Tutorial durch das System. Danach blendet es einen Kalender über die nächsten sechs Wochen ein. Jeder Beitrag, den Sie hier innerhalb der Kalenderansicht anlegen, wird automatisch zu einem WordPress-Entwurf. Bereits vorhandene Entwürfe finden sich sofort im Plan wieder. Beiträge können gleich mit einem Termin geplant werden oder zunächst einmal »auf Halde« produziert werden, indem Sie kein Erscheinungsdatum angeben. Geplante Beiträge werden zum definierten Veröffentlichungsdatum bei WordPress freigeschaltet und ins Blog übernommen.

Vier Texte warten auf Fertigstellung und können per Drag & Drop auf einen beliebigen Tag gezogen werden

Vier Texte warten auf Fertigstellung und können per Drag & Drop auf einen beliebigen Tag gezogen werden

CoSchedule kann im Team genutzt werden – beliebig viele Leute können eingeladen werden, sich am Blog zu beteiligen. Sie erhalten dann eine WordPress-Rolle zugewiesen und können entsprechend dieser Rolle verschiedene Dinge tun.

Das System beherrscht das Zuweisen von artikelbezogenen Aufgaben und hat eine kleine Kommentarfunktion integriert. Das lässt sich super für Teamarbeit nutzen: Hier bei geropflueger.de habe ich zum Beispiel neulich den Artikel mit dem Titel 5 Gründe, warum ein Unternehmen bloggen sollte angelegt und meinen Autoren Bastian Vijonovic und Laura Molkenstroth die Aufgabe zugewiesen, sich Gedanken darüber zu machen, warum ein Unternehmen ein Corporate Blog führen sollte. Unsere umfangreiche Ideensammlung haben wir drei dann in das Kommentarfeld des Artikels eingetragen, so dass ich aus einem tollen Fundus schöpfen konnte, als ich den Artikel schrieb.

Die Team-Funktionen von CoSchedule sind übersichtlich, aber wirkungsvoll.

Die Team-Funktionen von CoSchedule sind übersichtlich, aber wirkungsvoll.

Social-Beiträge planen

Neben dem Posten auf WordPress versteht sich CoSchedule auch darauf, den jeweiligen Beitrag in Ihre diversen Social-Media-Kanäle zu posten. Twitter, Facebook, LinkedIn, Tumblr, Pinterest und Google+ stehen dafür aktuell zur Auswahl, alle Beiträge können auch mittels Buffer veröffentlicht werden. Dabei können Sie für jedes Netzwerk eine eigene Botschaft formulieren und einen eigenen Post-Typ bestimmen – etwa ein Status-Update, einen Linkbeitrag oder einen Fotobeitrag. Es lassen sich beliebig viele Posts planen, um so die Reichweite Ihres Artikels möglichst zu erhöhen.

CoSchedule: Ankopplung an soziale Medien obligatorisch

CoSchedule: Ankopplung an soziale Medien obligatorisch

Wir hier bei geropflueger.de nutzen für jeden neuen Beitrag einen bestimmten Rhythmus: Im selben Moment, in dem ein Blog-Beitrag online geht, wird eine Botschaft auf unserem Twitter-Kanal, der Facebook- und Google+-Seite sowie in meinem persönlichen LinkedIn- und Pinterest-Profil gepostet. Am nächsten Tag geht am Vormittag ein weiterer Beitrag an die Netzwerke, eine Woche später um die Mittagszeit und einen Monat später in den Abendstunden. CoSchedule verteilt dabei die Zeiten ein wenig, so dass nicht jemand, der uns auf Twitter und Facebook folgt und beides gleichzeitig checkt, denselben Beitrag zur gleichen Zeit findet bzw. – was der schlimmere Fall wäre – zum Zeitpunkt des Postings auf Facebook und Twitter gar nicht online ist und so keine Chance bekommt, von unserem Beitrag zu erfahren.

So sieht der Redaktionsplan von geropflueger.de Anfang Juni 2014 aus.

So sieht der Redaktionsplan von geropflueger.de Anfang Juni 2014 aus.

Eleganter Workflow

Will man aus welchem Grund auch immer einen geplanten Beitrag verschieben, kann man ihn einfach mit der Maus anfassen und per Drag & Drop an einen anderen Tag ziehen. Es dauert dann einen Moment, dann sind auch sämtliche geplanten Social-Media-Posts ebenfalls verschoben.

Aus der Detailansicht des Artikels lässt sich über den Button »Open in WordPress« ganz einfach ein neuer Tab mit dem entsprechenden Entwurf öffnen. Hier können Sie dann Ihren Beitrag bearbeiten und erneut als Entwurf speichern. Wenn Sie den Tab dann schließen, stellen Sie fest, dass der Beitrag im CoSchedule-Fenster bereits aktualisiert ist.

So sah die Detailansicht zu diesem Blog-Beitrag in CoSchedule aus.

So sah die Detailansicht zu diesem Blog-Beitrag in CoSchedule aus.

Wer viele Beiträge und Postings plant (wie zum Beispiel wir hier bei geropflueger.de), der sieht bald nichts mehr im Kalender. Doch gute Filter lassen Sie zum Beispiel alle Social-Media-Beiträge auf einen Schlag ausblenden. Oder Sie lassen die Beiträge nur eines bestimmten Autoren zeigen, um so seine Auslastung zu erkennen.

Oft bringt es etwas, die sozialen Botschaften bei CoSchedule herauszufiltern, um den Überblick zu gewinnen

Oft bringt es etwas, die sozialen Botschaften bei CoSchedule herauszufiltern, um den Überblick zu gewinnen

Kosten

CoSchedule kostet Geld, aber nicht sonderlich viel. Mit 10 US-$ im Monat sind Sie pro Blog dabei, schließen Sie gleich einen Jahresvertrag ab und zahlen im Voraus, bekommen Sie zwei Monate erlassen. Weitere Möglichkeiten, die Kosten zu senken, hält CoSchedule mit einem Empfehlungsprogramm bereit (an dem wir teilnehmen).

Schwächen

Aktuell funktioniert das System nur sehr eingeschränkt auf Touch-Geräten wie dem iPad. Zwar wird alles korrekt angezeigt, aber das Anklicken funktioniert nicht so, wie es soll, und Terminverschiebungen mittels Drag & Drop gehen gar nicht.


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Fazit: CoSchedule für WordPress

Klarer Vorteil von CoSchedule ist Zeitersparnis. Wo sich meine Autoren bislang durch mehrere Websites und Apps schlagen mussten, um ihren Artikel und die folgenden Social-Media-Beiträge zu planen, ist jetzt alles zentral an einer Stelle und direkt im vertrauten WordPress-Umfeld gelagert. Ich weiß schon gar nicht mehr, was ich vor CoSchedule gemacht habe. Das System ist hervorragend, der Support sehr intensiv und zeitnah. Auch wenn das System insbesondere am iPad (noch?) nicht funktioniert, empfehle ich den Einsatz für Corporate Blogs mit mehreren Autoren. Zwei von mir direkt betriebene Blogs habe ich bereits umgestellt, einigen meiner Kunden werde ich eine Umstellung noch empfehlen. Zu finden ist CoSchedule unter diesem Link.

Hier sehen Sie einen Film über CoSchedule im Einsatz:

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Foto oben: © matttilda - Fotolia.com

Anmerkung: Die hier verwendeten Links auf CoSchedule sind Teil des Referral-Programms. Sollten Sie über diesen Link CoSchedule buchen, erhalte ich einen Nachlass auf meinen eigenen Preis. Sie selbst können Ihrerseits an diesem Programm teilnehmen.

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