Sie als Unternehmer sind bereits in den sozialen Medien vertreten, nur irgendwie funktioniert es nicht so, wie Sie sich das vorstellen? Eventuell liegt das daran, weil Sie sich zuvor keine Social-Media-Ziele gesetzt haben. Die sind nämlich essentiell, um auf Facebook und Co. erfolgreich zu sein. Je konkreter formuliert, desto besser. Lesen Sie weiter und erfahren dabei, wie Sie sich Social-Media-Ziele setzen können.

Als Unternehmer sollten Sie sich dazu zwei Fragen stellen:

1. Warum soll mein Unternehmen auf Facebook/Instagram/YouTube etc. vertreten sein?

Nur wenn Sie wissen, warum Ihr Unternehmen in den sozialen Medien vertreten sein soll, können Sie ein Social-Media-Ziel festlegen. Social-Media-Ziele gibt es einige, zum Beispiel:

  • Kundensupport
  • Ob als Sammelstelle für sämtliche Kundenanfragen oder zur Ergänzung Ihrer Kundensupport-Kanäle – soziale Netzwerke eigenen sich hervorragend für die Kundenbetreuung. Die Deutsche Bahn und auch die üstra Verkehrsbetriebe aus Hannover machen genau das über Twitter. Twitter ist der optimale Platz für Kunden, um knappe (Zeichenanzahl auf 140 Zeichen begrenzt) und damit meist präzise Fragen zu stellen; für Sie als Unternehmen optimal, um auf knappe präzise Fragen rasch zu reagieren, um Ihren Kunden Hilfestellung zu geben.

    Natürlich schließt das eine das andere nicht aus – auch diverse andere Netzwerke eignen sich dafür, wenn der Kundensupport zu Ihren Social-Media-Zielen gehört. Zum Beispiel Facebook. Auch hier haben Sie die Möglichkeit, genauso wie bei Twitter, in Echtzeit zu antworten. Allerdings ist die Übersichtlichkeit auf Facebook mehr gegeben. Anders als bei Twitter sammeln sich sämtliche Kommentare (zum Beispiel Antworten von Ihnen als Unternehmen) explizit unter dem Beitrag. Auf Twitter gestaltet sich das ein wenig umständlicher.

  • Imageverbesserung
  • In jedem sozialen Netzwerk haben Sie die Möglichkeit, die Unternehmenswerte herauszustellen. Das wiederum kann bei gutem Content Marketing und angemessenen Umgangsformen gegenüber Ihren Fans zu einer Imageverbesserung führen.

  • Feedback von Usern erhalten
  • Gerade wenn Sie ein Unternehmen führen, das Produkte vertreibt, hat Feedback von Ihren Kunden als Social-Media-Ziel hohes Potenzial. Mit einer ausgetüftelten Social-Media-Stragie haben Sie die Möglichkeit, Ihren Kunden positives Feedback zu Ihren Produkten zu entlocken. Gerne unterstützen wir Sie bei Ihrer Social-Media-Strategie.

  • Nachwuchsgewinnung
  • Ein besonders gutes Beispiel liefert hier die Bundeswehr mit ihrer Facebook-Seite. Mit interessanten und überwiegend visuellen Inhalten vermittelt die Bundeswehr potenziellen Bewerbern einen Einblick in das Berufsleben als Soldat. Allerlei Fragen werden unter den Beiträgen gestellt, auch zu den Bewerbungsverfahren. Das schöne daran: Weil alles öffentlich ist, kann jeder lesen, was geantwortet wird – das bedeutet im Kehrschluss, das mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden, weil einige bereits ihre Antworten unter den Beiträgen finden. Auch auf YouTube hat die Bundeswehr mit der Kampagne »Die Rekruten« eine fulminante Zielgruppenansprache für sich entdeckt.

  • Reichweite der eigenen Inhalte erhöhen
  • Sie haben ein eigenes Blog und allgemein zahlreiche Inhalte, die nur auf Ihrer Website versauern? Das ist schade darum. In dem Fall empfehlen wir Ihnen dringend, den Content an Ihre Zielgruppe zu bringen. Das geht, indem Sie mehr Besucher auf Ihre Website bringen – und das wiederum funktioniert, wenn Sie regelmäßig produzierte Inhalte in soziale Netzwerke verteilen und potenzielle Kunden auf Sie aufmerksam machen, auch über flankierende Werbemaßnahmen auf z.B. Facebook und Instagram.

2. Welches soziale Netzwerk passt zu meiner Kommunikationsstrategie?

Je nachdem, wer Sie als Unternehmen sind, eignen sich unterschiedliche soziale Netzwerke für Ihre Zwecke. Erzählen Sie gern in Bildern und sind in der Lage andauernd neues visuelles Material zu produzieren? Dann eignet sich beispielsweise Instagram oder Pinterest. Ein schönes Beispiel hierfür ist das Landesmuseum Hannover mit seinem Instagram-Auftritt. Das Museum gestattet seinen Besuchern erste Einblicke darüber, was es vor Ort zu sehen gibt. Weg vom »Öh, Museum? Ist doch langweilig!« zu »Oh, das sieht ja richtig interessant aus!« Neugier wecken und die Besucherzahl erhöhen – so kann es gehen.

Mit diesen 5 Schritten zum Social-Media-Ziel Ihres Unternehmens

Nachdem Sie diese beiden Fragen – das Warum nach Social Media und das Wo der Plattformen – beantwortet haben, erfolgt die Konkretisierung Ihrer Social-Media-Ziele. Arbeiten Sie hierfür die Schritte 1-5 durch – am besten im Team oder auch gern mit uns.

1. Formulieren Sie Ihre Social-Media-Ziele konkret

Notieren Sie sich Ihre zukünftigen Social-Media-Ziele, sodass Sie und Ihr Team jederzeit einen Blick darauf werfen können – ob analog oder digital ist völlig egal, Hauptsache die Information ist jederzeit zugänglich. Wichtig ist dabei, dass die Zielformulierungen so konkrekt wie möglich festgeschrieben werden. Zum Beispiel so:

  • Mit der Facebook-Kampagne möchte ich erreichen, dass viele Besucher auf meiner Veranstaltung erscheinen
  • Mit der Facebook-Fanpage möchte ich erreichen, dass mein Unternehmen einen höheren Bekanntheitsgrad erreicht
  • Die Facebook-Fanpage soll die Nachwuchsgewinnung unterstützen

2. Setzen Sie sich Social-Media-Ziele, die messbar sind

Nur wenn Ihre Social-Media-Ziele messbar sind, ist zu erkennen, wie erfolgreich Ihr Unternehmen ist. Beispiele hierfür sind:

  • Meine Reaktionsquote auf Facebook soll mindestens 80 % betragen
  • Meine Antwortzeit auf Facebook soll weniger als 4 Stunden betragen
  • Durchschnittlich möchte ich 10 Follower auf Twitter gewinnen
  • Auf Instagram möchte ich einen Fanzuwachs von 20 % erreichen

3. Setzen Sie sich Social-Media-Ziele, die anspruchsvoll sind

Social-Media-Ziele müssen umsetzbar und anspruchsvoll sein, damit Sie von Angestellten auch akzepktiert werden. Ein Ziel sollte einen gewissen Anreiz bewirken: »Hey, das packe ich!« Setzen Sie den Anspruch an die Aufgabe zu niedrig an, unterfordern und langweilen alle Beteiligten.

  • Anspruchsvoll wäre zum Beispiel nicht: »Pro Beitrag reicht ein Like auf Facebook.«
  • Besser wäre: »5 % aller Fans sollen pro Beitrag interagieren.«

4. Formulieren Sie Ihre Social-Media-Ziele realistisch

Sind Ihre Social-Media-Ziele realistisch formuliert, sind sie auch erreichbar. Zu hohe Anforderungen an Ihr Unternehmen – und damit auch an das Personal – frustrieren auf Dauer und erzielen keinen Erfolg. Angenommen, Sie sind ein kleines B2B-Unternehmen mit überschaubarem Kundenstamm, dann wäre eine Fanzahl von 50.000 auf Facebook ziemlich unwahrscheinlich. Ein realistisches Ziel könnte hingegen lauten:

  • »Jeden Monat möchten wir 30 Facebook-Fans gewinnen.«

5. Setzen Sie sich ein Zeitlimit für Ihre Social-Media-Ziele

Nachdem die Social-Media-Ziele Ihres Unternehmens nach den Schritten 1-4 konkret definiert sind, fehlt nur noch der Zeitrahmen – dieser lässt der Prokrastination keine Chance! Außerdem wird das Verantwortungsgefühl Ihres Personals erhöht, und sowieso – ohne Zeitlimit kann ein Social-Media-Ziel nicht sinnvoll bewertet werden.

Vielleicht haben Sie hinter den Schritten 1-5 zum Social-Media-Ziele setzen etwas erkannt, was Sie bereits kennen: S.M.A.R.T.e Ziele. Eine Formel, die seit geraumer Zeit im Projektmanagement angewandt wird, um unternehmerische Ziele zu konkretisieren und zu verbessern. S.M.A.R.T. steht dabei für

  • spezifisch
  • messbar
  • anspruchsvoll
  • realistisch
  • terminiert

So kann eines Ihrer Social-Media-Ziele zum Beispiel so lauten:

»Um eine größere Bekanntheit zu gewinnen, sollen bis zum 31.12. des Jahres monatlich durchschnittlich 300 neue Fans für unsere Facebook-Seite gewonnen werden.«

Um dieses Ziel zu erreichen, benötigen Sie nun noch ein Budget, das Ihnen zum Beispiel das Werben auf Facebook ermöglicht – und in dieser konkreten Ausgestaltung können Sie das Budget tatsächlich genau planen und im Laufe der Zeit anpassen.

Fazit: Wie man sich Social-Media-Ziele setzt

Bevor es ans Eingemachte auf sozialen Netzwerken geht, sind Social-Media-Ziele nicht außer Acht zu lassen – aber wirklich gar nicht. Nehmen Sie sich Zeit, setzen Sie sich mit Ihrem Team zusammen und arbeiten Sie sich durch die Schritte 1-5. Halten Sie diese schriftlich fest, sodass Sie bei jedem Beteiligten fest verankert sind. Sie werden sehen, dass es sich lohnt. Gerne unterstützen wir Sie zum Beispiel mit einem Workshop oder Beratungsgesprächen dabei!

Julia Glaubitz stieg 2014 als Praktikantin bei »pflüger : kreativ ackern.« ein und ist heute Content Managerin der Social-Media-Agentur aus Hannover. Ihr Fokus liegt auf Content Marketing für den Mittelstand.