Twitter ist in den vergangenen Monaten massiv gegen Fake-Accounts und Bots vorgegangen. Donald Trump hatte letzte Woche auf einen Schlag sogar 300.000 Twitter-Follower weniger. Panik? Keine Panik! Denn Twitter tut etwas Gutes, räumt auf und macht dieses soziale Netzwerk wirder interessanter. Denn ganz ehrlich … wer möchte schon Bots folgen oder von ihren belästigt werden. Wie immer soll(te) es in Social-Media um Menschen gehen. 

Das vielgenutzte und agile Netzwerk will so erreichen, dass sowohl die Nutzer als auch die Werbewirtschaft nicht durch verfälschte Zahlen getäuscht werden. Es war eine dieser Aufräumaktionen, vor denen Social-Media-Berater oftmals Angst haben – und bei denen sich Internet-Aktivisten dafür interessieren, ob die Veränderungen vielleicht Fake-Accounts oder andere Ungereimtheiten ans Licht bringen. Seitdem bekannt ist, dass russische Trolle und Bots die Präsidentschaftswahlen von Donald Trump beeinflusst haben könnten, ist über die Verantwortung der Online-Dienste immer wieder debattiert worden. Neben Facebook stand vor allem Twitter im Visier der Kritiker, weil das Netzwerk zu wenig gegen Beleidigungen, Desinformation und Hass getan hat.

Und die Zahlen sind durchaus beeindruckend: Nach Informationen der „Washington Post“ löschte das soziale Netzwerk alleine in den Monaten Mai und Juni mehr als 70 Millionen Nutzerprofile. Das entspräche etwa einer Million entfernter Accounts pro Tag! Insgesamt geht es dabei um rund sechs Prozent der Twitter-Konten, wobei der Dienst nicht zum ersten Mal gegen gefälschte Profile vorgeht. Für die meisten Nutzer ist das eher marginal, gerade kleinere Accounts haben meist nur eine ein- oder zweistellige Zahl an Followern eingebüßt, doch für einige große Accounts ist diese Bereinigung der Zahlen umfangreicher.

Auch Gero Pflüger, Betreiber dieser Webseite, hat es getestet und seine Ergebnisse bestätigen die Ergebnisse (und ja, er ist gut dabei, aber kein „großer Account“ – Sorry, Gero). In den letzten 30 Tagen hat sein Twitter-Acoount @geropflueger lediglich zwei Follower netto verloren, aber 51 Accounts, denen er selbst gefolgt ist, sind gelöscht worden. Er ist also etlichen Bots gefolgt. Wie wir wahrscheinlich alle.

Screenshot geropflüger Verluste durch Bots

Unser hiesiger Online-Dienst „t3n“ hat dann auch noch einen Blick auf die allseits beliebten Promis und ihre Riesen-Accounts geworfen: „Wenn wir unter die Top-Twitterer schauen, sieht das Bild erstaunlich einheitlich aus: Katy Perry verlor 2,8 Millionen Follower (bei rund 106 Millionen), Justin Bieber 2,6 Millionen Follower (bei rund 104 Millionen), Barack Obama 2,3 Millionen Follower (seiner rund 101 Millionen). Besonders misstrauisch war von vielen der Account des amerikanischen Präsidenten Donald Trump beäugt worden und auch verschiedene Medien haben über Veränderungen in seinem Account berichtet. Seine Zahlen brachen um rund 326.000 Follower ein. Angesichts der Tatsache, dass der amerikanische Präsident aber im Schnitt innerhalb eines Monats mehr als 300.000 neue Follower gewinnt und über 53 Millionen Follower hat, dürfte das nicht wirklich ins Gewicht fallen – und auch nicht darauf hindeuten, dass es hier Ungereimtheiten gibt (zumindest nicht für den zuletzt betrachteten Zeitraum).“

Unter dem Strich muss man aber die Verschwörungstheoretiker enttäuschen: Auffällig sind höchstens die absoluten Zahlen der von Twitter gelöschten Fake-, Bot- und sonstigen Accounts. „Es scheint so, dass zumindest die deutsche Politik noch ohne Bots auskommt.“, so t3n-Autor Tobias Weidemann.  Martin Schulz verlor satte 7.800 Follower bei 696.000 insgesamt , auch Christian Lindner büßte 1.200 Follower ein, was bei 298.000 Followern aber insgesamt nicht weiter auffällig ist. Alice Weidel wiederum hatte, ähnlich wie die Bundeskanzlerin, keinen Tag mit negativen Ergebnissen, wobei auch sie immerhin 51.000 Follower vereint. Peter Altmaier schließlich, als Twitterer in der Regierung durchaus bekannt, büßte 1.800 Follower ein – bei 233.000 insgesamt. Nur der Vollständigkeit halber: Auch bei prominenten Grünen, Linken und den CSU-Accounts fandendie Kollegen von t3n keine Auffälligkeiten.


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Es mag sein, dass bei dem einen oder anderen Prominenten eine etwas übereifrige Social-Media-Agentur mit ein paar hundert oder tausend Konten nachgeholfen hat, um das gesteckte Monatsziel zu erreichen. Doch alles in allem ist das nichts, was ausreichen würde, um dem einen oder anderen zu unterstellen, dass da jemand in der Vergangenheit bei den Followern geschummelt hat.

Tom Ruthemann ist ein erfahrener Web- und Werbe-Texter aus Hannover. Er schreibt stets ganz zielgruppengerecht und findet »… immer die richtigen Worte«. Mit seinem Unternehmen »TMR« Text + News-Service betreut er etliche kleine und mittelständische Unternehmen im digitalen Marketing.

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