Offenbar sind tausende, wenn nicht zehntausende Twitter-Accounts betroffen: Auch der Betreiber dieser Webseite ist mit @geropflueger offenbar dem gewaltigen Shadowban unterlegen. Das Problem ist eine kaum oder nicht mehr vorhandene Sichtbarkeit bei Twitter, die Reichweite und die Möglichkeiten sind klar eingeschränkt. Besonders ärgerlich, wenn Social Media dein Geschäft ist und solche »Lücken« einfach nicht sein dürfen.

Bevor völlige Panik ausbricht, erstmal ganz tief einatmen und testen, ob man selbst betroffen ist: Unter der URL http://www.shadowban.de/tester/ kann man seinen Twitter-Accountnamen eingeben und prüfen, wie der Stand ist.

Was passiert bei einem betroffenen Account eigentlich? Nun, Tweets werden nur von den eigenen Followern gesehen. Benutzt man #Hashtags, werden die eigenen Tweets unter diesem Begriff gar nicht angezeigt. Dazu kommt, dass der eigene Account über die Suchfunktion nicht gefunden werden kann. Das ist schon ziemlich dramatisch.

Das Problem ist, dass ganz viele User vom Bann durch Twitter gar nicht mitbekommen, denn der Account funktioniert scheinbar wie gewohnt weiter – man bemerkt also nicht, dass man im Shadowban ist. Das Resultat ist schlimm, wenn man auf Twitter als soziales Medium setzt: Die Reichweite ist extrem eingeschränkt, nämlich nur auf meine eigenen Follower.

Aber warum gibt es überhaupt einen Shadowban, kann man sich zurecht fragen. Eigentlich ist die Funktion ein Filter für Hatespeech und Spam – an sich also eine gute Sache. Nur scheint die Funktion überhaupt nicht sinnvoll zu funktionieren und macht mehr kaputt als dass es Positives bewirkt. Die Aussage von Twitter, es handele sich um einen »Fehler im Spam-Filter« kann man zumindest anzweifeln.

Man fragt sich natürlich auch, warum Twitter seit Monaten auf  Abertausende von Beschwerden nicht reagiert hat. Denn neu ist die Sache eigentlich gar nicht. Diesen »Fehler« gibt es nicht erst seit paar Tagen, sondern bereits seit vielen Monaten. In den USA tauchen erste Berichte gar bereits Anfang 2016 auf!


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Während dann Anfang 2017 offenbar Nutzer in den USA über den Bann »benachrichtigt« wurden, ist dies in Deutschland/Europa jedoch nie geschehen –  daher also auch Shadowban (»Bann im Schatten«). Hunderte, Tausende von Twitter-Nutzern, die trotz regelkonfomen Verhaltens in den Shadowban geschickt wurden, müssen jetzt wohl leiden. Natürlich durch »Automatismen«, die erstmal pauschal als »Spam-Filter« hingestellt werden. Twitter selbst hält sich zur Zeit noch ziemlich bedeckt, aber da auch größere Medien die Sache aufgegriffen haben, sollte bald mehr Transparenz herrschen.

Übrigens, meine Haupt-Accounts @profi_youth und @der_werbetexter sind nicht betroffen. Glück gehabt!

Tom Ruthemann ist ein erfahrener Web- und Werbe-Texter aus Hannover. Er schreibt stets ganz zielgruppengerecht und findet »... immer die richtigen Worte«. Mit seinem Unternehmen »TMR« Text + News-Service betreut er etliche kleine und mittelständische Unternehmen im digitalen Marketing.