Es geht gleich um sieben Patente für Technologien, die nicht nur in Facebooks App, sondern auch von Kurzmitteilungsdiensten wie Messenger und WhatsApp sowie Instagram genutzt würden, erklärte Blackberry in der eingereichten Klage. Kurz: Klappt es mit den Telefonen nur so mittel, muss das Bargeld eben woanders herkommen.

Unter den Patenten, die Geld in die Blackberry-Kassen spülen sollen, ist die allgegenwärtige Idee, ein App-Symbol mit einem Zähler für die Anzahl ungelesener Nachrichten zu versehen. Macht das Apple nicht auch … oder Android auf ihren Smartphones? Ein weiteres Patent beinhaltet Leute in Fotos zu markieren und dabei in einer Suchzeile Namensvorschläge zum Vervollständigen zu bekommen.

Wie erwartet, lässt sich das der blaue Riese natürlich nicht gefallen und behält sein Geld lieber in der eigenen Portokasse. Blackberry machte zwar deutlich, dass der Klage lange Gespräche mit Facebook vorausgingen. „Wir werden uns wehren“, erklärte jedoch der Facebook-Chefjustiziar Paul Grewal. Und bringt es vermutlich auf den Punkt: „Blackberry hat aufgehört, selbst Innovationen herauszubringen und versucht nun, bei den Erfindungen anderer abzukassieren.“

Unter dem aktuellen Chef John Chen wurde die Blackberry-eigene verlustreiche Entwicklung und Produktion von Smartphones eingestellt. Telefone der Marke Blackberry gibt es tatsächlich immer noch, aber die werden vom chinesischen Hersteller TCL gebaut, der die Namensrechte bekam. Jetzt beschränkt man sich auf Software-Erstellung – und das scheint nicht so ganz fruchtlos. Sprich das kanadische Unternehmen fühlt sich stark genug den Kampf mit FB aufzunehmen. Und Chen scheint bei der Neuausrichtung des Unternehmens durchaus die richtige Richtung zu ahnen: Blackberry ist vor allem auf dem Gebiet der selbstfahrenden Autos aktiv. Aber natürlich braucht das erstmal mächtige Investitionen. Und woher nehmen und nicht stehlen?

Tatsächlich ist die Vorgehensweise offenbar nichts Neues: Im vergangenen Jahr (2017) bekam Blackberry rund 815 Millionen US-Dollar (658 Millionen Euro) vom Chipkonzern Qualcomm erstattet. Der Smartphone-Pionier konnte sich mit dem Argument durchsetzen, dass ihm eine Rückzahlung zustehe, weil er weniger Smartphones verkaufte als die Patent-Vereinbarung mit Qualcomm vorsah. Kein Kerngeschäft, aber Geschäft, mit ordentlich Bargeld für eine neue Ausrichtung.


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Tipp: Eigene Patente immer hübsch pflegen, wer weiß, wann sie sich mal so richtig als Cash-Cow erweisen …

Tom Ruthemann ist ein erfahrener Web- und Werbe-Texter aus Hannover. Er schreibt stets ganz zielgruppengerecht und findet »… immer die richtigen Worte«. Mit seinem Unternehmen »TMR« Text + News-Service betreut er etliche kleine und mittelständische Unternehmen im digitalen Marketing.

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