Das dürfte mehr als ein Raunen erzeugen, wohl eher einen Sturm in den sozialen Medien. Denn die äußerst beliebte Zählerei der Likes könnte bald in den Orkus der Bits und Bytes verschwinden. Facebook könnte nämlich demnächst anfangen, den Like-Schalter in News-Feed-Posts zu verstecken, um die Nutzer vor Neid zu schützen (doch, wirklich!) und sie von Selbstzensur abzubringen. Instagram testet dies bereits in sieben Ländern, darunter Kanada und Brasilien, und zeigt dem Publikum eines Beitrags nur einige Namen von gemeinsamen Freunden, statt der Gesamtzahl der Likes.

Die Idee des blauen Social-Media-Riesen ist, zu verhindern, dass Nutzer sich mit anderen vergleichen und sich möglicherweise unbedeutend fühlen, wenn ihre Beiträge nicht so viele Likes bekommen. Und es könnte auch Benutzer davon abhalten, Beiträge zu löschen, von denen sie denken, dass sie nicht genug Likes bekommen oder davon, überhaupt nichts zu teilen.

Der Betreiber dieser Seite, Social-Media-Berater Gero Pflüger, stört sich allerdings eher weniger daran, dass Likes Neid hervorrufen können. »Vielmehr stört mich«, sagt er, »dass manche Unternehmer glauben, an der Anzahl der Likes ihren unternehmerischen Social-Media-Erfolg ablesen zu können. Und es stört mich noch viel mehr, dass die schwarzen Schafe unter den Social-Media-Beratern auf diesem Irrglauben ihr Geschäftsmodell aufgebaut haben. Likes! Follower! Reichweite! Alles Unfug. Darum ist es gut, wenn erst Instagram und jetzt Facebook die sichtbaren Likes auf den Prüfstand stellt und irgendwann fallen lässt.«

Die Versuche zeigen offenbar positive Ergebnisse bei Instagram, wie TechCrunch aktuell berichtet. Dabei kann der Autor eines Beitrags immer noch die Like-Gesamtmenge sehen, aber alle anderen nicht. Diese Instagram-Versuche und mögliche Facebook-Tests lassen offenbar erkennen, dass diese Änderung erstaunlicherweise eher positive oder vernachlässigbare Auswirkungen auf den Austausch haben könnte. Und eben im Sinne des Konzerns weniger Neid erzeugen. Das mag ja einen leichten Rückgang des Engagements wert sein.

Der TechCrunch-Autor meint: »Das Entfernen von Like-Zahlen könnte den Druck auf die Benutzer verringern und sie ermutigen, freier und häufiger zu teilen.«

Und noch ein Aspekt: Likes zählen zu den sogenannten »Vanity Metrics«, über die wir im Blog jüngst einen Artikel veröffentlicht haben und die wir im geschäftlichen Umfeld für so gut wie überflüssig halten.


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Foto: doomu – stock.adobe.com

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