Zugegeben, es ist nicht immer die einfachste Wahl, wenn es darum geht, in welchem sozialen Netzwerk Ihr Unternehmen am besten aufgehoben ist. Facebook, Twitter, Instagram? Oder doch überall? Je mehr, desto besser, aber dabei sollten Sie sich einen Schwerpunkt setzen. Ist Instagram besser für Sie geeignet oder haben Facebook oder Twitter die Nase vorn? Wir haben die drei Netzwerke miteinander verglichen und verraten Ihnen in diesem Beitrag, welche Plattform sich für Sie lohnt.

Interaktionen: Ist Instagram besser als Facebook und Twitter?

Und wie viel mehr! Den Beweis dafür liefert Red Bull, die haben rund 45 Millionen Fans auf Facebook und 4 Millionen Fans auf Instagram. In beiden Netzwerken herrscht Kontinuität, es wird also regelmäßig gepostet. Während ein Snowboard-Video auf der Facebook-Seite von Red Bull rund 23.000 Mal mit »Gefällt mir« markiert wird (0,0005% Likes-Interaktion), erhält ein sehr ähnliches Snowboard-Video auf Instagram rund 78.000 Likes (0,0195%) Likes-Interaktionen. Ein gigantischer Unterschied, wenn man die Fans und Follower der jeweiligen Netzwerke betrachtet. Hat Ihr Unternehmen also viele visuelle Inhalte, Bilder und kurze Videos, dann sollten Sie unbedingt einen Instagram-Account einrichten. Wie Sie Instagram als Unternehmen noch nutzen können, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Algorithmus

Ein Social-Media-Algorithmus ist nächst einmal eine Software, die dafür sorgen soll, dass die Nutzer die für sie selbst relevantesten Ergebnisse zuerst angezeigt bekommen. Nicht so relevante Ergebnisse werden erst dann gezeigt, wenn der Nutzer scrollt. Das ist grundsätzlich gut, denn so bleiben die großen Plattformen für die Nutzer attraktiv. Das Problem für Unternehmen in diesem Umfeld ist: Nutzer halten Unternehmensnachrichten nicht für so relevant wie das Katzenvideo, dass der Kumpel online gestellt hat. Oder wie das Mittagessen von der Cousine. Die Nutzer selbst haben beschränkten Einfluss darauf, ob der Algorithmus angewandt wird oder nicht – wenn sie unter dem Punkt »Neuigkeiten« in den Favoriten von »Hauptmeldungen« auf »Neueste Meldungen« umschalten, erhalten sie zwar wieder die chronologische Ansicht. Aber nur so lange, bis Facebook das wieder auf »Hauptmeldungen« umstellt. Eine dauerhafte Änderung ist nicht möglich.

Facebook
Facebook hat als erste große Plattform einen Algorithmus eingeführt. Zu den drei bekannt gegebenen Faktoren Affinity (Beziehung), Weight (Gewichtung der Interaktionen) und Decay (Abstand zwischen Veröffentlichung und Login) gesellen sich noch etliche weitere Faktoren, die aber nicht kommuniziert werden. Der Algorithmus entscheidet nun darüber, welche Beiträge in der ChronikIhrer Fans angezeigt werden. Sie als Absender von Botschaften haben nur einen beschränkten Einfluss darauf, ob Ihre Inhalte ausgespielt werden oder nicht.

Twitter
Seit Februar 2016 hat sich auch der Kurznachrichtendienst Twitter dem Algorithmus angeschlossen. Schade. Ich persönlich bevorzuge den Echtzeit-Charme. Ganz einfach, ohne Trickserei. Immerhin kann man den Algorithmus auf Twitter dauerhaft abschalten. Dazu gehen Sie in Ihrem Twitter-Account in die Einstellungen und schalten im Punkt »Account« unter »Inhalte« den Punkt »Timeline: Zeige mir die besten Tweets zuerst an« einfach ab (falls er überhaupt aktiv sein sollte).

Instagram
Während Instagram lange Zeit Inhalte einfach schön chronologisch ausgespielt hat, hat es im Mai 2016 einen Algorithmus eingefügt – zum gleichen Zeitpunkt wie ein neues Logo. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Der Instagram-Agorithmus funktioniert analog zum Facebook Newsfeed Algorithmus.

Zusammengefasst
Algorithmen machen Unternehmen das Leben schwer. Ohne sie werden Inhalte chronologisch ausgespielt und den Nutzern in Echtzeit angezeigt, mit ihnen sinkt die organische Reichweite. Sie sollten also auf allen Plattformen damit rechnen, über kurz oder lang Geld für Reichweite in die Hand nehmen zu müssen – aktuell besonders auf Facebook und Instagram, wo der Algorithmus besonders tief in die Darstellung von Inhalten eingreift.

Textlänge

Facebook
Auf Facebook ist die optimale Länge eines Beitrags 40 Zeichen. Sehr wenig? Das stimmt. Die Aufmerksamkeitsspanne auf Facebook ist sehr gering und genau aus diesem Grund würden zu lange Beiträge an den Empfängern vorbeigehen. »Ach, keine Lust zu lesen«. Facebook wird nicht gezielt zur Informationsbeschaffung genutzt, sondern eher für »Mal gucken, was meine Freunde so machen«.

Twitter
Auf Twitter haben Sie ohnehin nicht viel Platz – ursprünglich gerade mal 140 Zeichen, mittlerweile 280 Zeichen, Leerzeichen zählen mit. Die optimale Textlänge allerdings liegt bei etwa 100 Zeichen – deutlich mehr als bei Facebook.

Instagram
Da das Hauptaugenmerk sowieso auf visuellen Inhalten liegt, ist die Textlänge auf Instagram egal. Hauptsache, zur Ergänzung des Fotos steht überhaupt etwas darunter. Möglichst mit Hashtags, damit Ihre Inhalte gefunden werden können.

Zusammengefasst
Text wird in sozialen Medien häufig überbewertet – der Mensch ist ein Augentier, er will Bilder sehen. Ist das Bild gut, liest er auch ein bisschen Text. Also legen Sie Ihr Hauptaugenmerk auf Bilder – ganz gleich, welche Plattform Sie nutzen.

Häufigkeit an Werbeinhalten

Facebook
An dieser Stelle ist Facebook absoluter Spitzenreiter. Facebook schafft es, eine ausgewogene Mischung aus bezahlten und organischen Beiträgen an seine Nutzer auszuspielen, weshalb die Werbeplattform auch so gut funktioniert – niemand wird von Werbung erschlagen. Für Sie als Unternehmen ist es also eine geeignete Möglichkeit, Werbung zu schalten und Akzente zu setzen.

Twitter
Über TwitterAds gibt es die Möglichkeit, Ihre Tweets zu bewerben. Genau wie auf Facebook haben Sie die Möglichkeit, Zielgruppen anhand von Kriterien auszuwählen und Ergebnisse in Echtzeit zu messen. Was bringt Ihnen das als Unternehmen? Nun ja, Sie haben die Möglichkeit Tweets zu bewerben und darüber einen Link einzubauen, der zum Beispiel zu Ihrer Website führt, oder zu einer Landingpage eines beworbenen Produkts. Vor allem Dienstleistungen finden Platz auf Twitter. Im Vergleich zu Facebook erscheint deutlich weniger Werbung, gleichzeitig ist sie weniger auffällig. Ein kleines »Gesponsert« in der unteren linken Ecke eines Tweets verrät, ob dieser beworben ist oder nicht. Es ist übrigens rechtlich umstritten, ob »Gesponsert« zur Anzeigenkennzeichnung ausreicht.

Instagram
Im Jahr 2015 hat sich nach und nach das Werben mit Instagram etabliert. Der Fokus liegt dabei vor allem auf Inhalten für die weibliche Zielgruppe. Während mein männlicher Chef fünf Minuten die Instagram-Timeline runterscrollt, bekommt er kein einziges Mal Werbung ausgespielt. Ich als Frau dagegen erhalte gefühlte zwanzig Anzeigen (bei gleicher Scrollzeit!) über kosmetische Mittel, die mein Hautbild verbessern sollen. Das liegt vermutlich daran, dass auf Instagram in erster Linie vor allem Product Placement mit Beauty-Artikeln unternommen wird. Product Placement geht so: Sie verkaufen eine unglaublich feuchtigkeitsspendende Gesichtscreme. Um mehr Aufmerksamkeit auf diesen Artikel zu lenken, bezahlen Sie einen Influencer auf Instagram, Ihr Produkt indirekt zu bewerben.

Zusammengefasst
Sie als Unternehmen haben die Möglichkeit, auf allen drei Plattformen Werbung zu schalten. Die Häufigkeit von Werbeanzeigen unterscheidet sich zwischen Facebook, Twitter und Instagram erheblich. Während es sich für Sie als Unternehmen anbietet, eher Produkte auf Instagram zu bewerben, ergibt das auf Twitter eher mit Dienstleistungen Sinn. Auf Facebook dagegen ist es hingegen egal, ob Sie Dienstleistungen oder Produkte anbieten – Sie finden Ihre Zielgruppe auf jeden Fall.

Corporate Design

Facebook
Stilmittel aus dem Corporate Design des Unternehmens auf die Facebook-Fanpage Ihres Unternehmens bringen? Das funktioniert über das Titel- und Profilbild. Das Profilbild sollte Ihr Unternehmenslogo zeigen, damit Sie sofort identifiziert werden können. Mehr Individualisierungsmöglichkeiten haben Sie nicht – den visuellen Rahmen setzt Facebook.

Twitter
Der Trophäe der Rubrik »Anpassung des Profils an das Corporate Design« geht ganz klar an Twitter. Coverbild und Profilbild können beliebig ausgewählt werden und als Extraplus die Anpassung der von Twitter genannten »Design-Farbe«. Dabei werden bestimmte Elemente wie etwa Links in der angegebenen Farbe angezeigt (so wie auf meinem Twitter-Profil). Allerdings funktioniert das nur in der Desktop-Version. Und auch nur in der Desktop-Version sind die eingestellten Farben von anderen Twitter-Nutzer ersichtlich. Auch, wenn Twitter vorrangig mobil genutzt wird – ich find’s toll.

Instagram
Stilistisch dem Unternehmen anpassen auf Instagram ist leider nur in sehr geringem Umfang möglich. Das einzige, worin Sie sich als Unternehmen kenntlich machen können, ist der Account-Name sowie das Profilfoto – das sollte dann unbedingt Ihr Unternehmenslogo sein.


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Zusammengefasst
Merkmale des Corporate Designs Ihres Unternehmens lassen sich überall einbringen – der gemeinsame Nenner ist bei allen drei Netzwerken das Profilbild. Twitter und Facebook erlauben Ihnen zusätzlich Coverbilder. Die Nase vorn hat allerdings Twitter, was das Anpassen des Designs angeht.

Hashtags

Facebook
Die Möglichkeit, Hashtags auf Facebook zu nutzen, ist zwar da. Allerdings: Hashtags auf Facebook funktionieren nicht wirklich – erst Recht nicht im Vergleich zu Twitter und Instagram. Es gibt sogar Untersuchungen, die darauf hindeuten, dass mit dem Einsatz von Hashtags auf Facebook die Aktivität sinkt.

Twitter
Der Kurznachrichtendienst hat den Hashtag überhaupt erst ins Leben gerufen und ist genau der richtige Ort, an dem er funktioniert. 280 Zeichen Platz ist nicht viel – Hashtags helfen dabei, Inhalte zu finden oder mit nur einem Wort eine komplexe Idee auszudrücken. Taggen Sie Ihren Tweet also mit einem bestimmten Schlagwort, so erscheint dieser unter den Tweets, die genau mit diesem Hashtag versehen sind. #wahnsinn

Instagram
Bei Instagram werden häufig irre viele Hashtags gesetzt. Der direkte Weg, Interaktionen auf Instagram zu bekommen, führt nämlich über das Setzen bis höchstens 30 Hashtags pro Bild. Hashtags sind die bevorzugte Art und Weise, nach Inhalten zu suchen.

Zusammengefasst
Egal ob Facebook, Twitter oder Instagram – auf allen drei Netzwerken ist es möglich, Hashtags einzusetzen. Deutliche Unterschiede gibt es dennoch. Hashtags auf Facebook sind vertane Zeit – auf Facebook sind sie einfach nicht etabliert. Ganz anders auf Twitter – Im Minutentakt gibt es immer wieder neue Hashtags rund ums Weltgeschehen und aktuellen Anlässen. Sehr ähnlich ist das auf Instagram, denn hier gilt: Je weniger Follower Sie haben, desto gezieltere Hashtags müssen Sie setzen, um an Interaktionen zu gelangen. Sie als Unternehmen können sich eigene Hashtags ausdenken.

Fazit – Ist Instagram besser als Facebook und Twitter?

Die eingangs gestellte Frage, ob Instagram besser als Facebook und Twitter, lässt sich nicht beantworten, außer mit einem souveränen »Kommt drauf an«. Wenn Ihr Unternehmen visuelle Inhalte bereitstellen kann, ist Instagram jedenfalls hervorragend für Sie geeignet. Wir hier bei geropflueger zum Beispiel haben zwar einen Instagram-Account, nutzen ihn aber lediglich zu Demonstrationszwecken, weil wir nicht genügend visuelle Inhalte haben. Instagram passt nicht zu uns. Aber das macht nichts – auch Facebook und Twitter bieten hervorragende Möglichkeiten, Unternehmen zu positionieren. Gerne beraten wir Sie auch telefonisch dabei, wie Sie Ihr Unternehmen in die passenden sozialen Netzwerke bringen.

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