Wer regelmäßig in Restaurants oder Cafés geht, der sieht häufig Menschen zwischen 20 und 50 Jahren kurz ihr Smartphone zücken und nach wenigen Augenblicken wieder wegstecken. Was tun die da, mag man sich fragen. Ganz einfach: Sie checken sich ein und teilen via Social Media ihren Freunden mit, wo sie sich gerade aufhalten. Foursquare ist, obwohl Facebook aufholt, bislang unangefochtener Platzhirsch bei diesem spielerischen Umgang mit seinen Geolocation-basierten Daten.

Doch bei Foursquare tut sich was – und zwar ganz erheblich! Nachdem das soziale Geolocation-Netzwerk vor fünf Jahren startete, war es bei einer ziemlich breiten Masse an begeisterten Nutzern angekommen und erfreute sich immer größerer Beliebtheit. Der richtige Zeitpunkt für große Veränderungen, besonders für die App, die für alle gängigen Smartphone-Betriebssysteme kostenlos zu haben ist.

Wieso will Foursquare sich verändern?

Als einer der ersten unter seinen Mitstreitern erkannte Foursquare ganz richtig, dass jeder Mensch anders ist, die Welt auf eine eigene Art und Weise entdeckt, mit völlig anderen Augen sieht und individuelle Vorlieben und Geschmäcker hat. Wieso also, so Foursquares Überlegungen, sollte man zwei völlig verschiedenen Personen, beispielsweise bei ihrem Urlaub in Paris, dieselbe unspezifische Auflistung an Hotels, Bars und Kultur- sowie Unterhaltungsangebot zeigen? Mit Hochdruck arbeitet das Unternehmen derzeit an einer neuen und für jeden Nutzer individualisierbaren App, die sich den Interessen des jeweiligen Nutzers anpassen lässt. In wenigen Wochen soll es bereits soweit sein. Das zieht natürlich auch einige größere Veränderungen mit sich.

Was verändert sich?


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Foursquare hat bereits damit begonnen, alle Check-ins, Freunde und Fotos in die neue und zu Foursquare gehörenden App Swarm zu transferieren. Keine Panik, betont das Unternehmen, alle bisherigen Check-ins würden selbstverständlich automatisch auch transferiert werden. User, die sich schon länger mit dieser App in Locations einchecken, benötigen nun zusätzlich Swarm, um dieses weiterhin tun zu können. Aufgrund dieser starken inhaltlichen Veränderung ließ es sich Foursquare nicht nehmen, auch das optische Auftreten den neuen Umständen anzupassen und besonders das Logo ordentlich aufzumotzen: Sie verabschiedeten sich von ihrem bisherigen Check-in-Häkchen und wechselten zu einem neuen repräsentativerem Logo. Künftig wird Foursquare weiterhin auf seinen altbekannten Blauton setzen, der nun aber in Kombination mit einem satten Pink statt ödem Grün steht. Das Design des neuen Logos ist ein Mix aus einem Map-Pin und einem, so Foursquare selbst, Superheldenemblem in Form des Buchstaben »F«. Genauere Erläuterungen dazu im designtagebuch. Auch das Interface wird künftig etwas anders aussehen – und zwar bei jedem anders. Foursquare passt die Benutzeroderbläche jedem einzelnen der 50 Millionen Nutzer starken Community individuell an. Das soll dadurch funktionieren, dass die App den Nutzer mit jeder Eingabe eines Ortes einem »Genre« zuordnet und sie als Vorliebe abspeichert. So lernt die App also stetig dazu und seinen Nutzer sehr gut kennen, um ihm künftig individuell abgestimmte Orte vorzuschlagen. Foursquare sagt selbst, dass sie mit diesen Veränderungen eine Methode der individuellen Locationfindung ermöglichen können, von der die Gelben Seiten nur träumen dürften.

Der Homescreen der neuen App

Homescreen des neuen Foursquare

Was denkt die Foursquare-Community darüber?


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Freuen sich die Nutzer genauso über die neue Richtung, die Foursquare mit dieser erheblichen Umstellung und der Kombination mit Swarm einschlägt? Wohl eher nicht. Seit der Ankündigung von Foursquare werden bereits zahlreiche kritische Stimmen laut, denen die drastischen Veränderungen sauer aufstoßen. Der bekannte Online-Journalist Richard Gutjahr äußerte sich beispielsweise auf seinem Blog www.gutjahr.biz wie folgt über den bevorstehenden Wandel:

Foursquare ist für mich ein großartiges Lehrbeispiel für alles, was man in der Digitalen Welt richtig machen und dann komplett versemmeln kann. Als hätte man jahrelang liebevoll an einem Rennauto gebastelt, um dann kurz vor dem großen Rennen den Motor auszubauen und die leere Karosserie einen Abhang hinunterzustoßen.


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Das Konzept, aus einer ehemals tollen App zwei zu machen verwirrt viele. »Die beiden Apps in ihrer aktuellen Version sind nichts Halbes und nichts Ganzes«, so Gutjahr weiterhin. Man kreidet der App außerdem schlecht gestaltete Mini-Sticker an und ganz besonders, anders als noch bei Foursquare, dass es nun mehrere Bürgermeister für einen Ort geben kann. Wo bleibt denn jetzt der Spielspaß, sich um Mayorships zu battlen oder sich an vielen exotischen Orten einzuchecken und bei Twitter zu posten? Und wieso kann man sich künftig bei Foursquare nur noch einloggen, wenn man auch Swarm installiert hat? Es bleibt fraglich, ob Foursquare durch diesen drastischen Schritt seine Community weiterhin begeistern kann. Wer sich partout von den Änderungen nicht begeistern lassen kann, dem bleibt dann notgedrungender weise wohl nur noch eine Möglichkeit: auschecken. Konkurrent Facebook reibt sich schon die Hände.

Foto: © goodluz - Fotolia.com