Bis vor kurzer Zeit war der Einsatz für Marketer noch ein Risiko, denn die Erstellung und Nutzung von Facebook Custom Audiences mit Hilfe von Pixeln auf der eigenen Webseite wurde aus der Sicht des Landesamt für Datenschutz in Bayern (BayLDA) als problematisch eingestuft und konnte durchaus zur Einleitung von Ordnungswidrigkeitsverfahren führen. Jetzt hat die gleiche Behörde einen 180°-Schwenk gemacht und diese Form des Werbens über eine benutzerdefinierte Zielgruppe für zulässig erklärt. Man kann das Aufatmen bei den Werbetreibenden fast spüren.

Schon länger bot der blaue Social-Media-Riese neben „Custom Audiences from File“, bei dem Kundenlisten an Facebook übermittelt werden können, auch über „Custom Audiences from Website“ die Möglichkeit, bei den Besuchern der eigenen Webseite ein Facebook-Pixel zu setzen, über das dann der jeweilige Nutzer auf Facebook wieder angesprochen werden kann. Doch der Einsatz in Deutschland war bis dato eigentlich nicht ernsthaft möglich.

Aus Marketing-Sicht war das aber natürlich mehr als wünschenswert, denn mit Facebook Custom Audiences können Streuverluste in der Werbung effektiv reduziert werden. Ein solches Retargeting über das Facebook-Pixel bei Einhaltung konkreter Vorgaben wurde nun vom BayLDA ausdrücklich für zulässig erklärt, wie RA Carsten Ulbricht bei Allfacebook erläutert. Diese Stellungnahme schafft damit mehr Rechtssicherheit, bei Webseitenbetreibern, die „Custom Audiences from Website“ einsetzen wollen bzw. bei den Unternehmen, bei denen die eigenen Datenschutz- oder Rechtsabteilungen Bedenken bezüglich des Einsatzes geäußert hatten.

Juristisch außergewöhnlich ist die Tatsache, dass die Stellungnahme der Bayerischen Landesdatenschutzbehörde, die sonst teilweise sehr konservative Interpretationen vertritt, die Nutzungsprofile, die im Rahmen von „Custom Audiences from Website“ erstellt werden, als pseudonyme Daten wertet.

Carsten Ulbricht macht bei aller Freude der Marketer aber auch eine Sache ganz klar: Wer „Custom Audiences from Website“ einsetzt, sollte in Zukunft dafür Sorge tragen, dass die Nutzer der eigenen Webseite in der Datenschutzerklärung über Art, Umfang und Zwecke der konkret stattfindenden Datenverarbeitung sowie über die Verarbeitung in allgemein verständlicher Form und ihr bestehendes Widerspruchsrecht unterrichtet werden. Wie bei anderen Analysewerkzeugen auch, sollte die Ausübung des Widerspruchsrecht über ein konkretes Opt-Out ermöglicht werden.

P.S. Wer mit dieser Form der Werbung jetzt so richtig loslegen will, sollte bei Problemen (etwa der Einrichtung des FB-Pixels auf der eigenen Webseite) einfach den Betreiber dieser Seite Gero Pflüger fragen. Der hilft.


Bleiben sie stets auf dem Laufenden mit Social Media und Content Marketing – für mehr Erfolg im Social Web!


 

 

Tom Ruthemann ist ein erfahrener Web- und Werbe-Texter aus Hannover. Er schreibt stets ganz zielgruppengerecht und findet »... immer die richtigen Worte«. Mit seinem Unternehmen »TMR« Text + News-Service betreut er etliche kleine und mittelständische Unternehmen im digitalen Marketing.