Man muss es wohl zugeben: Begrenzt auf 140 Zeichen waren Tweets bislang auf das Nötigste zu reduzieren, was gerade in der deutschen Sprache nicht immer einfach ist. So war auch für Marketer Twitter durchaus kein Lieblingskind. Jetzt also 280 Zeichen – aber heißt das auch doppelt so viel an Möglichkeiten? Und ist nicht das Alleinstellungsmerkmal dieses Social-Media-Dienst damit perdu?

Abseits der Diskussionen von Twitter-Fans, ob diese Veränderung nun gut oder schlecht ist, stellt sich eben vor allem die Frage: Ergibt sich daraus vielleicht ein Vorteil für das Marketing, wie das Portal Internetworld zu recht fragt. Twitter ist in Deutschland zudem nie so angekommen wie in angelsächsischen Ländern. In den USA kaufen Menschen Produkte aufgrund von Tweets, das hat sichhierzulande noch nicht wirklich durch­gesetzt und das werden auch 280 Zeichen nicht ändern.

“Pro­dukte aus dem Einzelhandel sind in der Regel fehl am Platz. Twitter gilt nicht als ­Fashion-Plattform und funktioniert nur in einigen technischen Lifestyle-Bereichen”, weiß Anna Pianka von der hannoverschen SEO-Agentur ABAKUS Internet-Marketing. Allerdings gilt auch, dass Twitter eben auch klare die Stärken hat, wie etwa Geschwindigkeit, Glaubwürdigkeit sowie direkte Interaktion. Kurz: Twitter zählt zu den größten Social-Media-Plattformen weltweit und die kann man fürs Marketing einfach nicht ignorieren.

Twitters 280 Zeichen haben zwar nicht mehr das eine, sehr spezielle Merkmal, verliert also jetzt eine gewisse Einmaligkeit, doch man kann auch den Spieß umdrehen: Durch mehr Text können Unternehmen natürlich mehr Botschaften platzieren. Und ein längerer Tweet nimmt mehr Platz auf dem Display (mobile vor allem) ein, womit die Wahrscheinlichkeit, wahrgenommen zu werden, steigt.

Doch alleine ein paar Zeichen mehr reichen in der Tat kaum, jetzt die Umsätze zu erhöhen, die im Bereich Twitter-Ads bis dato eher mau wahren, vergleicht man Google- oder Facebook-Adwords damit. Wie es also der Zufall so will gab es vor wenigen Tagen eine weitere Neuerung: Ab sofort können Werbungtrei­bende mit Videos arbeiten. Dabei verbindet Twitter den Werbespot mit der Webseite, auf die der Link hinter dem Werbevideo führt. Will ein User das Video der ­Anzeige anschauen und wählt es dazu an, öffnet sich ein neuer Twitter-Tab. In diesem wird die Webseite unterhalb des laufenden Werbespots geladen und angezeigt.


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Twitter geht erkennbar in die Offensive, riskiert sein Alleinstellungsmerkmal und könnte damit aber auch durchaus sein etwas schwachbrüstiges Dasein im Marketing auf eine neue Ebene heben. Time will tell, wie der Angelsachse so sagt.

Tom Ruthemann ist ein erfahrener Web- und Werbe-Texter aus Hannover. Er schreibt stets ganz zielgruppengerecht und findet »… immer die richtigen Worte«.
Mit seinem Unternehmen »TMR« Text + News-Service betreut er etliche kleine und mittelständische Unternehmen im digitalen Marketing.