Immer wieder ernte ich in meinen Beratungsgesprächen Erstaunen, wenn ich mit dem Inhaber einer kleinen Firma oder dem Marketingverantwortlichen eines Betriebs aus dem Mittelstand spreche und ihm rate, dass sein Unternehmen bloggen sollte. »Ein Blog? Wozu soll das gut sein?« Blogs können, wenn sie gut geführt werden, eine wahre Marketing-Wunderwaffe sein. Mir fallen auf Anhieb gleich fünf Gründe ein, die für ein Unternehmensblog sprechen.

1. Wenn Unternehmen bloggen, erfahren sie einen Image-Gewinn

Mit einem Blog stellt ein Unternehmen seine menschliche Seite dar. Wer nur die offizielle und immer ein bisschen steif wirkende Firmen-Website kennt, nimmt ein Unternehmen deutlich anders – nämlich distanzierter – wahr, als wenn er zum Beispiel nachlesen kann, wie Mitarbeiter über ihren Arbeitsalltag berichten, wie sie Fachkenntnisse teilen und über Kuriositäten oder das 25-jährige Dienstjubiläum der Chefsekretärin berichten. Unternehmen, in denen es »menschelt«, sind sympathischer – das Image wird verbessert. Ganz automatisch.

2. Wenn Unternehmen bloggen, dokumentieren sie Expertise

Wenn Sie mit Ihrem Unternehmen bloggen, bietet sich eine hervorragende Möglichkeit, Ihre Expertise nach außen zu dokumentieren. So können sich potenzielle Auftraggeber von Ihrer Sachkenntnis schon überzeugen, bevor sie bei Ihnen anfragen – was den Arbeitsaufwand auf Ihrer Seite deutlich reduziert: Sie haben bei so gut wie jeder über das Blog gewonnenen Anfrage bereits einen qualifizierten Lead erhalten!

Meine besten Aufträge habe ich gewonnen, indem ich eigentlich teures Wissen kostenlos hergegeben habe. Beispielsweise sorgt die Artikelserie, die ich einst im Blog meiner CD-Agentur »pflüger : kreativ ackern.« zu den Kosten von Corporate Design geschrieben hatte, bis heute für Anfragen und Aufträge über visuelle Unternehmensauftritte.

3. Ein Unternehmens-Blog steigert die Bekanntheit

Natürlich soll im Corporate Blog nicht bloß über den wuscheligen Hund des Chefs berichtet werden, der im Büro gerne auf den Füßen von Frau Meyer schläft. Derartige Beiträge sollte es natürlich zur Auflockerung geben. In Wahrheit aber ist ein Blog ein knallhartes Marketing-Instrument, das sich wunderbar planen lässt und dessen Erfolg sehr gut messbar ist.

Finden Sie über Google Analytics heraus, mit welchen Suchphrasen Ihre Website gefunden wird. Nutzen Sie ein dort gefundenes Schlüsselwort, um einen Blog-Beitrag explizit zu diesem Thema zu schreiben. In meiner Corporate-Design-Agentur »pflüger : kreativ ackern.« habe ich einmal entdeckt, dass sich viele Suchanfragen um die Lizenzbedingungen der Adobe Creative Suite für Schüler drehten, weshalb ich gleich zwei Beiträge dazu schrieb – über die ich bis heute noch Besucher auf der Seite bekomme, obwohl längst neue Versionen auf dem Markt sind.

Nutzen Sie außerdem den Google Keyword Planner, um weitere Suchphrasen zu generieren.

In Ihren auf diese Art und Weise definierten Blog-Themen geben Sie dem User echten Mehrwert an die Hand – lösen Sie also seine Probleme. Manchmal können Sie diese Lösungen sogar noch im Beitrag verkaufen, etwa indem Sie einen Kontakt per E-Mail-Link anbieten oder (nicht besonders subtil) in Ihren Webshop verweisen.

4. Ein Unternehmens-Blog unterstützt Suchmaschinenoptimierung (SEO)

Wenn Sie für Ihr Unternehmen bloggen, lenkt das neue Besucher auf Ihre Seite. Punkt. Wieso das so ist? Dazu muss man verstehen, wie Suchmaschinen (etwa Google, Yahoo oder Bing) funktionieren. Ein großer Teil ihrer Ranking-Algorithmen beruht auf der Frage, wie aktuell eine Seite ist.

Normale Websites sind statisch. Da passiert nichts. Firmenseiten enthalten üblicherweise eine Beschreibung des Unternehmens (bleibt ewig gleich), seines Angebots (ändert sich in den meisten Fällen so gut wie nie), eine Kontaktseite, gern mit »Das Team« kombiniert (auch eher seltene Änderungen), und ein paar inhaltlich irrelevanten Seiten wie Impressum und Haftungsausschluss. Google guckt sich die Seiten an, indexiert sie, kommt irgendwann wieder, schaut nach Änderungen, findet keine, kommt wieder irgendwann wieder, findet wieder keine Änderungen und kommt dann irgendwann mal wieder, um zu prüfen, ob Ihre Seite wirklich nicht tot ist. Währenddessen rutschen Sie im Suchindex immer weiter nach unten. Und wer nicht auf den ersten beiden Seiten rankt, wird nicht gefunden.

Wenn Sie für Ihr Unternehmen bloggen, hilft Ihnen die regelmäßige Aktualisierung Ihrer Seite, Google davon zu überzeugen, dass Ihre Website lebt. Eine Seite, die lebt, wird häufig von Google besucht und indexiert, nicht bloß alle Vierteljahre mal. Sie verteidigen so Ihre Stellung im Ranking der Suchmaschine und klettern sogar oft noch höher. Wenn Sie aktive Kommentarpflege betreiben, verbessert sich Ihr Ranking noch mehr.

Doch das ist nicht der einzige positive Effekt für die Suchmaschine. Auch die Schlüsselworte, die Sie regelmäßig im Artikeltext unterbringen, sorgen für eine bessere Sichtbarkeit. Im Falle dieses Artikels etwa habe ich überdurchschnittlich, aber nicht zu häufig das Wort Unternehmens-Blog in verschiedenen Schreibweisen, etwa Unternehmensblog, benutzt. Sucht jemand nach diesem Schlüsselwort, habe ich die Chance gesteigert, gefunden zu werden. Gute Schlüsselworte sorgen darüber hinaus dafür, dass Ihre Blog-Beiträge im Corporate Blog über Jahre hinaus gefunden werden. Und jeder, der Ihren Beitrag liest, ist ein potenzieller Kunde – jetzt und in drei Jahren noch immer!

5. Das Unternehmens-Blog als Hub für Social-Media-Aktivitäten

Im Zeitalter sozialer Medien tummeln sich die Menschen auf allen möglichen Plattformen. Allein bei Facebook sind 28 Millionen Deutsche jeden Monat aktiv – das ist etwa jeder Dritte, Säuglinge und Greise eingeschlossen. Sie können davon ausgehen, dass sich die Leute über Ihr Unternehmen, Ihre Dienstleistungen oder Ihre Produkte austauschen. Übrigens geschieht das unabhängig davon, ob Sie soziale Netzwerke selber nutzen oder nicht: Die Leute reden über Sie.

Natürlich sind auch Sie bei Facebook (wenn Sie das nicht sind, wird es Zeit. Hier zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie eine Business-Seite bei Facebook anlegen). Die Verlockung ist groß, das gesamte Social-Media-Marketing dorthin auszulagern. Doch bedenken Sie:


Sie erhalten darin regelmäßige Updates aus dem Bereich Social Media und Content Marketing sowie gelegentlich Angebote unserer Leistungen – für mehr Erfolg im Social Web!


Sie erhalten eine E-Mail mit einem Link, den Sie zur Bestätigung klicken müssen (gesetzlich vorgeschriebenes Double-Opt-in-Verfahren). Bitte checken Sie Ihren E-Mail-Eingang und eventuell auch Ihren Spam-Ordner. In der Datenschutzerklärung finden Sie unter Punkt 7 alle Informationen nach Art. 13 DSGVO. Wir bitten um Beachtung!

Ein Tweet bei Twitter etwa verschwindet binnen Minuten im digitalen Vergessen, ein durchschnittlicher Facebook-Beitrag stirbt nach drei bis vier Stunden. Diese Plattformen funktionieren wie Werbeplakate, an denen Sie vorbeifahren: Wenn es Sie interessiert, gucken Sie beim nächsten Mal wieder hin. Facebook, Twitter & Co. dienen also sozusagen als Werbeplakate für Ihr Blog. Bei Facebook, bei Twitter, wird kurz zusammengefasst, um was es geht – aber dann verlinken Sie natürlich auf den eigentlichen Blog-Artikel.

Wenn Sie für Ihr Unternehmen bloggen, schreiben Sie also einen Beitrag, verlinken den von Facebook, Twitter, XING oder welche Plattformen für Sie und Ihre individuellen Zielsetzungen auch immer richtig sind, und holen so die User (und die Diskussion) auf Ihren eigenen Webserver – wo Sie über klug gesetzte Calls to Action ganz in Ruhe Kaufentscheidungen auslösen können. Sie wollen ein Beispiel für ein Call to Action? Okay! Da Sie sich offenbar für ein Unternehmensblog interessieren (denn Sie haben diesen langen Text bis ganz hier unten gelesen), benötigen Sie vielleicht Unterstützung dabei, eines zu implementieren. Mein Call to Action wäre entsprechend, Sie per Link zu unseren Kontaktformular zu führen, wo Sie direkt mit mir in Kontakt treten können. Wenn Sie schon ein Blog haben, aber nicht wissen, wie Sie das befüllen können, wäre mein Call to Action: Lesen Sie diesen Artikel! Ein ganz allgemeiner Call to Action wäre, Sie zu bitten, Newsletter zu abonnieren, damit Sie weitere interessante Nachrichten von mir erhalten. Noch mehr Interesse? Sprechen Sie mich an!

Das waren fünf Gründe, die mir spontan einfallen, wenn mich jemand nach dem Sinn eines Corporate Blogs fragt. Legen Sie sich eines an, wenn Sie noch keines haben! Schon nach kurzer Zeit werden Sie feststellen, dass all die vorstehenden Gründe für das Bloggen zusammenwirken: Google beginnt, Sie zu lieben, Ihre Artikel werden im Internet gefunden, Ihre Bekanntheit steigt, Ihr Image spricht für Sie und Ihre Expertise wird anerkannt. Sie werden sehen, dass Sie vom Blog aus mehr Besucher auf Ihre Firmen-Website bringen als das zuvor möglich war. All diese Besucher sind Ihre potenziellen Kunden. Das führt, wenn Sie alles richtig machen, zwangsläufig irgendwann zum sechsten Grund für ein Corporate Blog:

6. Bloggen führt zu Neugeschäft

Nicht sofort. Aber dennoch fast zwangsläufig. Wegen der Gründe Nummer 1 bis 5, die dafür sprechen, dass Sie für Ihr Unternehmen bloggen.

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